Der Natur sollte man mit einer gewissen Hochachtung begegnen. Besonders wenn sie ein Erbe der ganzen Welt ist.  Also zog ich mir am Sonntag, den 11.10.,  die Schuhe mitsamt den Socken aus, um den in Kultstatus erhobenen Boden zu betreten. Da ich wusste was mich erwartete, schreckte ich nicht vor dem glitschigen grauschwarzen Matsch zurück. Ich nahm es in Kauf die ersten 150 Meter knöcheltief einzusacken, denn danach würde ich festeren Boden unter den Füssen spüren. So war er auch, fest und feucht.

 

extra Schuhe ausgezogen

 

 

Selbst vor der Durchquerung eines Priels schreckte ich nicht zurück.

Ein Priel hat nichts mit Geschirr zu tun. Es handelt sich dabei um eine Wasserrinne im Wattenmeer, welche nicht trockenfällt. Es ist ein temporärer Fluss, der seine Strömungsrichtung mit der Ebbe und der Flut ändert. Dieser hier war sonnigen Gemütes und übte eine ansteckende Wirkung auf mich aus. Von der Temperatur meiner Füsse abgesehen.

 

Sonne im Priel

 

 

Meiner Unverfrorenheit hatte ich die Begegnung mit einem monumentalen Krebs zu verdanken.

 

monumentaler Krebs

 

Wie man sehen kann, hatte er schon einiges auf dem Buckel. Dieses besetzende Gesindel wird Seepocken genannt.Seepocken bevölkert

 

In Gedanken daran, wem die letzte Geste dieses alten Krebses wohl gegolten haben mag und Watt überhaupt ihr tieferer Sinn sein soll, erreichte ich so 1,5 km weiter wieder ein Stück Meer. Für die Schiffe eine Fahrrinne. Danach kommt, bei Ebbe, wieder trockengefallener Meeresboden oder Watt und dann, nach einer ganzen Weile, die Insel Pellworm.  Aber schwimmen mochte ich nicht mehr.

wässeriger MeeressaumDa oben Rechts sieht man übrigens noch eine Sandbank und dann kommt erst die Fahrrinne.

Auf dem Rückweg habe ich einige Muscheln und andere künstlerische Meereskompositionen fotografiert. Aber als Abschluß nur ein Foto von diesem faszinierenden Meeresspiegel, durch den der Mensch als Besucher eines anderen Lebensraumes ungestraft spazieren darf, wenn er früh genug zurück läuft.

ein blauer Traum zwischen ...