Juli 2010


Freitagabend war ich bei dem ersten Konzert der Flensburger Hofkultur.

Macumbache spielte lateinamerikanische Rhythmen.  Die Musik passte gut zu dem Sommer und war zum abtanzen gut. Entsprechend entspannt war die Stimmung.

Wie man dem ersten Foto abgucken kann, war, als prominenter Gast, auch Münchhausen da. Er wurde aber nicht ans Mikro gelassen. Auf dem Rückweg bemerkte ich, in welchem Haus er aufgestiegen ist.

 

Mir wurde heute viel Meer vom pustenden Westwind geboten.

Wenn es mit dem Klimawandel so weiter geht, wird es bald zuviel Meer sein. Mehr als gut für die Menschheit wäre. Und es spricht kaum etwas dagegen, dass es so weiter geht. Jedenfalls gibt es fast keine politischen oder gesellschaftlich relevanten Bestrebungen, um das weitere Abschmelzen der Gletscher und des Grönlandeises aufzuhalten. Würde das Eis der Antarktis auch schmelzen, dann würde der Meeresspiegel nicht „nur“ 7 meter, sondern über 60 meter ansteigen und zum Beispiel Gütersloh eine Hafenstadt werden.

Dabei ist das ganze Speiseeis, welches zur Zeit auf Zungen schmilzt, noch gar nicht berücksichtigt.

Heute jedoch konnte ich die überschwappenden Wellen genießen. Das habe ich auch gemacht und mich ihnen entgegen gestürzt.

Noch nie habe ich so viele Libellen gesehen. Sogar beim Schwimmen flogen sie über mir. Sie kamen aus Westen und flogen gegen den Ostwind in die Richtung  des Festlandes. Die meisten Libellenarten leben nur 8 bis 12 Wochen nach dem Larvenstadium. Deswegen frage ich mich, ob sie, ähnlich den Zugvögeln, weite Strecken zurücklegen. So sehen sie aus:

 Und, des Lichtes wegen, noch zwei Bilder:

In welchem Licht etwas erscheint, übt eine große Bedeutung auf unsere Empfindungen aus. Deshalb wird diese Redewendung ja auch im übertragenen Sinn gebraucht. Ich finde, das Wetter und die Lichtverhältnisse wirken ganz besonders am Wasser.

Heute Nachmittag war das Wetter an der Nordsee sehr angenehm. Es wehte ein kräftiger Wind und gleichzeitig war es warm. Und das Meer zeigte sich von seiner sonnigen Seite.  Außerdem entstanden über dem Wasser Luftspiegelungen. Dadurch sieht diese Warft, mit ihrem Haus, wie ein einsames Luftschiff aus, das sich von der Hallig, auf der sie steht, gelöst hat:

Auch die Insel Pellworm scheint nicht so ganz auf dieser Welt zu sein:

So sah übrigens der Blick in die gleiche Richtung am 30.6. aus. An dem Tag guckte eine Robbe zurück.

menschen in der destille

 

 

feuerwasserflüsse

 

berlin ist eine destille

menschentrauben transpirieren

schweißbranntwein

kanalisiert in der Spree

selbst rosenblüten schwitzen

 

Streunende Schlafphasen

Bilder hinter Lidern

Funken im schwarzen Sand

verwehen in der Nachtuhr

 

wildernde Schlafhasen

bilden in den Liedern

trunken aus schwarzer Hand

Böen in der Nachtruh

 

 

rauf runter tür auf tür zu rauf ...

 

Bevor Ruhr 2010 in dem Zahnloch der Zeit verschwunden ist, möchte ich auch meinen kleinen lyrischen Beitrag zu dem Wandel der Welt, dessen Nabel bekanntlich Catrop-Rauxel ist, beischreiben.

Hier also ein Ergusss über die Zeche Erin.

Aus ihren Stollen wurde von 1866 bis 1983 Kohle an das trübe Tageslicht gebracht.

 

 

Zeche Erin                                                                                                                                         

in Castrop kriecht Furz-Gestank

im Kokerei-Nebel träumen Kinderspiele

unter Tage dröhnt Fräsen-Gesang                                                                                                

Brot und Husten für viele                                                                                                                   

im Turm dreht sich das Förderband

im Pütt das Karussell der Lohngruppe

hin und her in der Stollenstadt                                                                                                        

mehr oder weniger Fleisch in der Suppe                                                                                      

steinharte Männerwelt

grauer Alltag in ewiger Nacht

Haut und Schweiß für Geld                                                                                                             

vergangen – Schicht am Schacht