Juni 2009


Es gibt Menschen, die denken ich hätte einen Schatten. Damit könnten sie recht haben.

Allerdings meinen sie, ich würde einer unwichtigen Angelegenheit zu viel Aufmerksamkeit widmen. Das ist jedoch eine grobe Unterschätzung der Silhouette, welche das Licht selbst, den Körpern abgewinnt. Das Fehlen dieser Schemen würde ein Indiz sein: für absolute Finsternis, der Nichtexistenz jeglicher materieller Körper oder aber, möglicherweise das schlimmste Szenario, einer Konstellation solcher Körper, in der sie sich niemals nahe genug, parallel zueinander im gleichen Winkel zu einer Lichtquelle, befinden. Was für eine erschreckende Einsamkeit!

Zudem könnten wir, ohne den vom Licht gezeichneten Konturen, nur flächig sehen. Alles hätte keine Tiefe für uns. Es gäbe noch mehr Oberflächlichkeiten als ohnehin schon.

Wer zeichnet, lernt sozusagen daneben zu schauen. Und sie, oder er, achtet auch auf das dunkel verlaufende Zwielicht, welches Erhebungen, oder am schönsten, erhabene Rundungen umgibt.

 

Viele Zeitgenossen empfinden es als sehr unangenehm, sich im Schatten eines Mitmenschen zu befinden, von seinem Windschatten abgesehen. Sie fühlen sich durch diesen Umstand kleiner als der Schattenwerfer. Obschon man diesem Minderwertigkeitsgefühl leicht Herr werden kann.

Es bedarf nur eines Schrittes, vor oder zurück. Ich weiß, nach vorne schaffen es einige nicht und zurück wollen sie auch nicht. Die Alternative wäre, den Verursacher der Düsternis einfach als Schattenspender ansehen.

 

Aber das ist nicht mein Problem.

Ich kann nicht aus meinem Schatten herauskommen. Weil ich nur noch ein Schatten meiner selbst bin. Oder wie mein eigener Schatten aussehe. Oder… Naja, jedenfalls manchmal.

Das ist ein wesentlich größeres Problem, als im Schatten eines anderen zu stehen.

 

Worin liegt die Lösung? Jaja, noch so eine Phrase. Über den eigenen Schatten zu springen. Das muss doch gar nicht sein. Mir reicht es schon, aus meinem Schatten herauszutreten. Vielleicht ganz gemächlich. So kann aus einem Schemen, salopp gesagt aus Schema F, Mensch W werden. Selbst wenn es wehtut.

 

Das ist jedoch nicht so einfach, wie es sich anhört. Es erfordert Disziplin. Diese neue, von mir erfundene, Disziplin nenne ich Shadowcatching. Englisch muss der Ausdruck schon sein, sonst kann man damit ja nicht landen. Hab ich mir auch schon patentieren lassen. Bevor Monzanto mir zuvorkommt. Wegen Vermessung des Schattens und so weiter. Nein, keine Angst! Ich will keine Gebühr erheben, wenn jemand mit seinem Schatten öffentlich rechtlich durch die Gegend läuft.

Ich doch nicht! Ich könnte zwar, mach ich aber nicht.

Nee, es geht mir einzig und allein darum, aus meinem Schatten herauszukommen. Ok, ein bisschen Ruhm. Oder hier in da mal Rum. Oder so was. Deshalb plane ich ein Event in der Hauptstadt. Alles unter Dach und Fach. Merkel, Steinmeier, Lafontaine, Özdemir alle kommen. Wollen ja alle was abhaben von der Bekleckerei. Außer den Liberalen, wegen Monzanto. Also das Event ist in SO 36, Kreuzberg, Chamissoplatz. Toller Symbolcharakter. Schlehmils Schemen kommt übrigens auch.

 

Also hier vorab eine Kurzeinführung zum üben. Man stellt sich auf ein Bein. Eine Digitalkamera je nachdem ob links oder rechtshändig in die passende Hand. Nun Koordination und Konzentration!

Eine Hand UND einen Fuß vorstrecken. Dann Fuß, Schatten und Hand auf EINEM Bild fotoratifizieren. Das ist der Clou. Nicht Schäuble, sondern man selbst hat seinen Schatten mit einem Schlag digitalisiert, mit der Kamera, und erfasst, mit der Hand. Fuß hat die Sache auch. Völlig Bombensicher und Wasserdicht. Kein anderer hat den eigenen Schatten vermessen. Die Daten gehören dir. Das Recht auf den Schatten auch. Der Schatten ist sicher. Das ist die Vorausetzung dafür, aus seinem Schatten herauszutreten. Keiner kann ihn wegnehmen.

Wenn dann einer sagt: „Du hast wohl einen Schatten“, kann man ganz legitim antworten:

„Jau“, ohne sich zu schämen. Von wegen: „Dann zeig mal deine Gene“. Das können die sich abschminken.

Zur Veranschaulichung ein Bild:

 shadowcatching

Vollmondig 

 

Rasen mähen.

 

Worte säen.

 

Rosen blühen.

 

Phrasen blähen.

 

Sätze wehen.

 

Einsam stehen.

 

Fehler sehen.

 

Träume gähnen.

 

Weiter sehnen.

 

Wände stehlen.

 

Monde mailen.

 

wauhuuuuuuhh .  .   .

 

  

 

Der Sand, den ein kniepiger (knauseriger) Pfeffersack in selbigen

      Beutel zur Vortäuschung einer Wertschöpfung füllt?

      (Vorläufer der Badbank)

 

  Ein ausgedehnter Sandstrand?

 

  Ein natürliches Scheuermittel, welches bei einer Kneippbehandlung

     zum Reinigen und Erneuern der Haut benutzt wird?

 

  Der grobkörnige Kies, den man auf die Kniebänke der Büßer, zur  

     schnelleren Läuterung des Fleisches, streute?

 

 Hier findest Du Kiepsand, bzw. der Kiepsand findet Dich:Willkommen auf ... 

 

So sieht er aus:Sand wie Wasser

 

 

 

 

 

 

Als ich über diesen Sand rannte war mir, als wandelte ich auf dem Wasser.

wellenstrukturen

 

 

Gestalt im Kniepsand

 

 

 

Zudem fantasierte ich wüst.

 

 

 

 

 

Wind und Sand spielen Kunstwerkstatt:

 

 

gestrandete PostKniepsandflottetreibende Feder